Wiedergeburt

 

Bandera_Blackfoot_Nation

 

Wiedergeburt

 

Zeitraum: ab 1934

 

Mit dem Indian Reorganization Act von 1934 begannen die Blackfeet ihr Leben wieder selbst zu bestimmen und selbst in die Hände zu nehmen. Ein Prozess, der bis heute andauert. Unabhängigkeit von Lebensmittelverteilungen und politische Selbstbestimmungen sind das Ziel.

 

1952 brachte ein Herr Dillon S. Myer einen Gesetzesvorschlag vor das Parlament, nachdem der Bund seine Verantwortung über die Indianer abgeben sollte. Offiziell sollte eine Selbstverantwortung der Ureinwohner angestrebt werden. 1953 trat dieser Vorschlag als “House Concurrent Resolution 108” in Kraft. Infolgedessen wurde ab 1953 bis 1968 bis die sogenannte “Termination” neuer Inhalt der Indianerpolitik der USA. Dillon S. Myer, nun Verantwortlicher für Indianerangelegenheiten wischte den Indian Reorganization Act von 1934 genauso vom Tisch, wie die Autonomiebestrebungen der Ureinwohner. Selbst das gesetzlich festgelegte Mitspracherecht der Stammesregierungen war wiedermal nur ein Papiertiger. Die ersten Maßnahmen des Herrn Myers war, indianerfreundliche Superintendenten des BIA (Büro für Indianische Angelegenheiten) zu entlassen und dafür regierungstreue Beamte in entsprechende Ämter zu hieven. Ziel war es, alle Stämme, auch die Blackfeet-Nation, aufzulösen. Dazu sollten die Ureinwohner veranlasst werden, in die Städte zu ziehen, freiwillig oder unter Druck. Bis in nur 15 Jahren zogen 61.600 amerikanische Ureinwohner in die Städte. Wieviel es bei den Blackfeet waren, ist mir nicht bekannt.

 

In diesem Gesetz wurde eine Liste mit sämtlichen Stämmen erstellt, nach denen entschieden wurde, welche sofort “terminiert” werden. bis 1962 wurden 120 kleinere und größe Stämme vor allem an der Westküste aufgelöst. Folge war, dass die Ureinwohner ihren autonomen Status verloren und Steuern zahlen mussten. Es gab weder staatliche Unterstützung noch Entschädigungszahlungen, die ihnen ja vertraglich zugestanden hätten, so sie noch ihren Status als Ureinwohner hätten. Sie wurden abhängig von der Fürsorge, was noch mehr Einmischung des Staates in ihre Familien und noch mehr Hoffnungslosigkeit brachte. Das Land fiel wiedermal an die Weißen.

 

Das Umsiedlungsprogramm zog sich bis 1972 hin, obwohl bereits in den 60ern klar war, dass die unvorbereitete Aberkennung des Status die Ureinwohner in nocht tiefere Armut stürzte. Insgesamt zogen 78.000 Ureinwohner, darunter auch eine große Anzahl Blackfeet, in die Städte, doch die wenigesten fanden einen guten Job, fast die Hälfte fand gar keine Arbeit. Ein Drittel kehrte desillusioniert in ihre Reservate zurück. Die Regierung musste Programme ins Leben rufen, um die schlimmsten Auswüchse ihrer Politik abzudämpfen.

 

Um wieder Kontrolle über ihr Leben zu gewinnen, schlossen die kanadischen Schwarzfuß-Indianer neue Verträge mit ihrer Regierung. Seit 1986 kontrolliert der Piegàn-Tribe ihr Schulsystem, die Blackfoot eröffneten 1972 das „Old Sun College“ und die Kainai begründeten 1994 das Blood Tribe Irrigation Project, um Geld für Gesundheit, Bildung und Wohlfahrtsprojekte zu haben.

 

Die Blackfeet gründeten 1974 das Blackfeet Community College, damit die Blackfeet-Kinder einen Weg finden können, den Nicht-Indianern in den USA gleichgestellt zu sein.

 

1970 war das letzte Jahr, in dem es zu Zwangsadoptionen kam, bei denen Kindern ihren Eltern entzogen wurden und von weißen, meist extrem religösen Familien aufgezogen wurden, um sie “zu richtigen Menschen” zu machen. Ebenso schlossen die Internate, die die Kinder zwangsweise besuchen mussten und wo den Kindern unter dem Deckmantel von Bildung und Ausbildung ihre kulturelle Identität und Sprache genommen wurde.

 

Der Bison kehrte wieder, aber nur in Nationalparks oder auf Ranchs. Manchmal kaufen die Blackfeet Bisonfleisch im Laden. In der Vergangenheit gab der Bison den Blackfeet alles, Essen, Kleidung und Wohnung. Heute ist sein Fleisch eine Delikatesse, die sich die Blackfeet nur selten leisten können und die meisten gar nicht, aber es gibt ihn und er kann den Blackfeet eine Zukunft bieten, denn er ist widerstandsfähig, genügsam und hat ein hervorragendes cholesterinarmes schmackhaftes Fleisch.

Irgendwie hängen die Blackfeet und der Bison zusammen und beide sind nicht tot zu kriegen. Glücklicherweise!

 

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