Politik

 

Bandera_Blackfoot_Nation

 

Organisation

 

Diese drei Stämme, von denen heute einer, der der Piegàn in die Blackfeet (South Piegàn) und den Piegan Tribe (North Piegàn oder Piegàn Tribe) durch die Staatsgrenze zwischen USA und Kanada geteilt ist, bilden die Blackfoot Confederation oder Blackfeet Confederacy. Die Bezeichnung wird durch die unterschiedliche Handhabung in den zwei Heimatstaaten noch kompliziert. drei Pikuni-Häuptlinge

 

Die Konföderation hat mehr als einen Stammesführer.

 

Jeder Stamm beruhte auf mehreren Jagdgruppen, welche die unterste politische Einheit des Stammes bilden. Jede dieser Jagdgruppen wurde von mehreren Führern geleitet, aber mindestens einem Kriegshäuptling und dem zivilen Häuptling gemeinsam geleitet, wobei einer die Hauptstimme hatte. Die Kriegshäuptlinge wechselten, je nach ihrem Ansehen als Krieger, später kam es mehr auf ihre Sprachgewandtheit und ihre rhetorischen Fähigkeiten an, mit denen sie die Wahl entschieden.

 

Das Stammeshäuptlingstum war sehr formlos. Die Befähigung für einen Häuptling waren Wohlstand, kriegerische Erfolge und zeremonielle Experimente.

 

 

Bünde / Societies

 

Für diese Organisationen oder Zusammenschlüsse gibt es viele Namen und sie erfüllten diverse Funktionen. Vieles ist nicht 1 : 1 in unsere Sprache zu übertragen. Ich verwende den Betriff „Society“ oder Bund, weil ich diesen Begriff in Material von den Blackfeet oder auf Webseiten von ihnen gefunden habe.

 

Die Blackfeet – Societies waren nach Altersklassen organisiert. Auch wenn die Angaben differieren, so kann man von ca. zwölf Männer-Bünden ausgehen. Dazu kommt noch mindestens ein Frauenbund.

 

 

Männerbünde, nach Alter aufgeschlüsselt (nach Grinnel):

  • Little Birds oder Doves               Jungs zwischen 15 und 20 Jahre
  • Pigeons                                         junge Männer mit ersten Kampferfahrungen
  • Mosquitos                                     junge Krieger, regelmäßige Kämpfer
  • Braves                                           Krieger (die Braves war die Chief Society)
  • All Brave Dogs                            Männer über 40 Jahre
  • Raven Bearers
  • Dogs und Tails                            alte Männer
  • KitFoxes
  • Catcher
  • Bulls

Die Mitgliedschaft in den Societies beruhte nicht auf verwandtschaftlichen Beziehungen, sondern wurde erkauft. Alle jungen Männer begannen im niedrigsten Bund, also in den Little Birds oder Doves

 

Der Wechsel von Bund zu Bund, fand in der Regel alle vier Jahre statt, wobei meist eine ganze Gruppe von befreundeten Männern gemeinsam übertrat. Für den Übergang fand jedes Jahr eine Zeremonie statt, bei der die verschiedenen Bünde die alten Mitglieder entließen und die neuen aufnahm. Doch konnten auch neue Bünde gegründet werden, z. B. aufgrund einer Vision. In keinem Bund war die Altersvorgabe starr und verbindlich.

 

Der Eintritt in die Bünde musste seit der Pferdezeit von ausscheidenden Mitgliedern erkauft werden und zwar in jeden neuen Bund neu. Auch Lieder und zeremonielle Bekleidung mussten gekauft werden. In den Hundstagen, also vor der Ankunft der Pferde bei den Blackfeet, stieg die Männer noch durch das Alter und ihre Taten auf

 

Die Organisation hat sogenannte Offiziante und festgelegte Pflichten, Symbole und vorgeschriebene Ausstattungen. Die Mitglieder hatten auch mit ihrem Verhalten als Vorbild für jüngere Stammesmitglieder zu dienen und sich entsprechend zu verhalten. Das bedeutete für die Mitglieder, dass sie viele Pflichten innerhalb der Gemeinschaft erfüllen mussten, um sich seiner sozialen Stellung gerecht zu werden. 

 

Die Societies kontrollierten sich selber, ein Zeugnis ihrer Unabhängigkeit, und sanktionierten Vergehen gegen Regeln, z. B. unentschuldigtes Fehlen bei Versammlungen, Tänzen oder Zeremonien, schlechte oder nachlässige Führung des Amtes. Ausschluss war nach Prügel oder Zerstörung von Eigentum eine der möglichen Strafen.

 

Bei den Blackfeet hatten die Societies einen ausgeprägten sakralen Charakter, deswegen hatte jeder Bund sein spezielles Bündel.

 

Die Aufgaben der Bundmitglieder der Bünde für jüngere Männer war im Lager in etwa der einer Lagerpolizei vergleichbar. Sie achteten auf die Ordnung im Lager, während der Wanderungen oder auf der Jagd. Ihnen stand auch die Bestrafung der Vergehen zu, Schlichtung von Streitfällen zwischen den Bünden, sie organisierten Feste und Tänze und überwachten die Büffelwanderungen und schützten das Lager. Bei den Schwarzfußindianern war es üblich, diese Schlichtung gewaltfrei, taktvoll und durch Überzeugung der Beteiligten durchzuführen. Ausgleich und Kompromiss sind typisch für die Blackfeet gewesen und führten dazu, dass sie trotz ihrer beherrschenden Stellung in den Plains nur wenig Kriege führten. Wichtig war, dass die Ordnung und die Gerechtigkeit wieder hergestellt waren. Die Bestrafung als Rache für die Tat durch die Gesellschaft stand im Hintergrund, z. B. erhielt ein Täter, so er sich den Anordnungen der Bünde fügte, seine Rechte und sogar Ersatz für zerstörtes Eigentum zurück.

 

Jedes Jahr wurden zwei bis drei Bünde als Lagerpolizei eingesetzt und unterstanden offiziell dem Häuptling. Doch durch die Kontrolle war nur oberflächlich, da die Aufgaben sehr genau festgelegt waren und die Societies sehr strenge Regeln hatten.

 

Mit dem Alter und dem Aufstieg in höher stehende Societies änderten sich die Aufgaben. Die Männer im mittleren und höheren Alter befassten sich vor allem mit zeremoniellen oder politischen Angelegenheiten. Militärische und Ordnungsaufgaben wurden von ihnen nicht mehr wahrgenommen. So entschied der Häuptling im Frühjahr alles Notwenige für Sommerwanderung während eines Festessens, zu dem er die Bundführer einlud.

 

Zwischen den verschiedenen Bünden soll eine starke Rivalität existiert haben, der vielleicht der Grund war, dass das Volk der Schwarzfuß-Indianer in vorhistorischer Zeit in drei Stämme zerfiel. Allerdings entstanden auch neue Bünde durch diese Rivalitäten, sie waren der Grund für Kriegszüge und konnten sogar eine Jagdgruppe schwächen, wie auch stärken. Aber sie formten durch diese Rivalität auch Verhaltensregeln und soziale Normen des Stammes durch die Vorbildwirkung ihre Mitglieder.

 

Die meisten Aufgaben der Bünde entstanden mit der Änderung der Kultur durch die Einführung des Pferdes. Ebenso nahm die Anzahl der Bünde erst mit der Pferdekultur zu.

 

 

Die Präriehuhngesellschaft

 

Die Präriehuhngesellschaft ist ein reiner Frauenbund der von C. Wissler beschrieben wurde. Der Bund wird manchmal zur Tanzgemeinschaft abgemindert. Der dazugehörige Tanz, der Präriehuhntanz (Chicken Dance) wird jedenfalls noch heute aufgeführt. Begleitet wird der Tanz von männlichen Sängern und männliche Tänzer, denn Gesang und Tanz waren damals für Frauen unschicklich, standen den Frauen gegenüber und wurde von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang getanzt.

 

Der Präriehuhnbund hatte zwei Anführerinnen, die ihre Tipis zu einem einzigen zusammenfügten und als Tanzhütte aufstellten. Dazu waren sie im Besitz einer etwa 120 cm langen, rot-blau bemalten Rute, die außerdem mit Hermelinfellen geschmückt war. Ein Mitglied des Bundes hütete die Rassel und die Gesichtsfarben, als Rasselhüterin musste sie ihr Gesicht gänzlich gelb bemalen und zwischen den Augen rot.

 

 

KRussell: Treffen zwischen Blackfeet  uns Siouxrieg

 

Die Schwarzfuß-Indianer lagen mit den Stämmen des Umlandes in ständigem Clinch. Traditionell Feinde waren die Shoshonen, die Plains Cree, die Sioux, die Flathead, und die Assiniboin. Die Gros Ventre und die Sarcee waren dagegen Verbündete bzw. standen unter dem Schutz der Blackfeet.

 

In den Dogdays wurden die Schlachten zu Fuß und mit Pfeil und Bogen bzw. Lanzen ausgeführt, später vom Pferd aus und mit Gewehren.

 

Etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts hatten die Schwarzfuß-Indianer die Shoshonen, die Flathead und die Kootenai nach Westen hinter die Rocky Mountains vertrieben. Sie waren nun die stärkste militärische Macht bis zum Ende der Plainskultur.

 

Die letzte Schlacht zwischen Cree und Blackfeet fand in einem Gebiet in Nähe Lethbridge im Jahre 1870 statt. Die Cree nutzten aus, dass die Blackfeet durch eine Pockenepidemie geschwächt waren. Sie griffen ein kleines Lager der Kainai an, doch in der Nähe gab es ein großes Lager der Pikuni (Blackfeet), die ihren Stammesgenossen zu Hilfe kamen und denen waren die Cree zahlenmäßig unterlegen. Das war das letzte Mal, dass Cree und Blackfeet miteinander kämpften.

 

Die Blackfeet kämpften nie direkt gegen die Weißen. Nur einzelne Männer und losgelöste Männergruppen griffen Siedler oder Händler an, meist aus Vergeltung für allgemein erlittenes Unrecht.

 

 

Handel

 

Die Blackfeet hatten das Glück, dass auf ihrem Territorium im Gebiet des heutigen Yellowstone Park Obsidian zu finden war und dadurch andere Völkern bis aus Wyoming und der Nordwestküste zu ihnen kamen, um ihn zu erhandeln. Natürlich nur, bis das Metallmesser in Gebrauch kam, denn das Obsidianmesser ist zwar schärfer, aber extrem schlagempfindlich.

 

Pferde waren schnell ein Handelsobjekt, allerdings nur zwischen den verschiedenen Gruppen der Schwarzfuß-Indianern. Mit den Weißen handelten die Schwarzfuß-Indianer sehr spät und Pferde waren selbst in der Pferdezeit erst spät Handelsgegenstand. Mit anderen Plainsindianern war der Pferdehandel noch spärlicher.

 

Den Blackfeet gefiel es nicht, dass ihre Nachbarn, z. B. die Kootenai von den Neunankömmlingen neue Waffen bekamen oder anderweitig Handel betrieben, denn diese griffen nun mit ihrer besseren Ausrüstung die Blackfeet-Lager an und töteten viele Blackfeet.

 

1780 begannen die Blackfeet, mit britischen Pelzhändlern direkt zu handeln. Die Blackfeet begrüßten es, als die Pelzhändler in ihr Gebiet kamen, denn sie brachten neue Werkzeuge, aber sie gestatteten es ihnen nicht, dauerhafte Forts auf ihrem Territorium zu errichten, deshalb errichteten die Pelzhändler ihre Forts an den Grenzen des Blackfeet-Gebietes.

 

1831 errichteten die US-Amerikaner bei Three Forks ein Fort, das Fort Lisa. 1831 errichtete die American Fur Company ein weiteres Fort, das Fort Piegàn am Missouri River. Sie wurden nicht nur zum Handel benutzt. Zuerst zogen die Blackfeet Nutzen aus dieser Situation, denn sie konnten durch das Ausspielen der kanadischen und US-amerikanischen Händler zu besseren Bedingungen tauschen.

 

Die erhandelten Gegenstände wurden von den Blackfeet nicht immer so benutzt, wie es sich die Weißen vorstellten. Sie gaben ihnen einen neuen Nutzen. Die Wolldecken (Akaisatstsaa) wurden in Wintermäntel eingenäht. Die Rohre der eingehandelten Gewehre sägten die Blackfeet ab, damit sie leichter vom Pferd aus schießen konnten. Die abgesägte Rohrstücke klopften sie flach und die Blackfeet-Frauen schabten nun damit die Häute. Kupferstücke schlugen sie flach und rollten sie zu Kegeln auf. Diese Metallkegel wurden an die Fransen der Hemden und Kleider genäht, damit sie bei jedem Schritt klingelten (Später, als sie in den Reservationen leben mussten, nutzen sie die Deckel der Tabaksdosen, in denen der zugeteilte Tabak sich befand, um diese Kegel herzustellen. Auch heute gelten so hergestellte Jingle-Dance-Outfits als die authentischen).

 

Die Händler brachten den Blackfeet allerdings nur neue Waren, aber keine Hilfe. Als 1837 eine große Pockenepidemie die Blackfeet heimsuchte, gab es für die Blackfeet keine Impfungen, obwohl Impfstoffe schon üblich waren. Mehr als 6.000 Menschen starben. Das waren zwei Drittel der Bevölkerung.

 

Immer mehr Weiße kamen in das Blackfeet-Gebiet und ihr Auftreten änderte sich und diese Weißen wollten keine Pelze, Pemmikan oder Trockenfleisch, sondern gegerbte Bisonhäute. Die erhandelten Häute wurden nach Fort Benton, Montana, gesandt und von dort auf Dampfer verladen und in den Osten der USA verschifft, um zu Pferdegeschirr, Leder für Pferdekutschen und Mäntel verarbeitet zu werden. Die I. G. Baker Company aus Fort Benton, Montana, verschiffte 1875 75.000 Bisonhäute in den Osten der USA. Die meisten dieser Häute wurden von den Blackfeet eingehandelt.

 

Diese Weißen brachten die Blackfeet nicht nur dazu, für neue Waren exzessiv Bison zu jagen und zu verarbeiten. Dafür heirateten diese immer mehr Frauen und es gab zum Schluss reiche Blackfeet, die bis zu zehn Frauen hatten, die nur damit beschäftigt waren, Bisonleder herzustellen. Diese neuen Händler brachten auch eine neue Ware, den Whiskey (Naapiaohkii), der zur wichtigsten Handelsware für die US-amerikanischen Händler wurde.

 

Der Whisky war eine furchtbare Mischung aus billigstem Fusel, Pfeffer, Schießpulver oder anderen Giften und dreckigem Flusswasser aus den Städten, der die Blackfeet vergiftete und abhängig machte. Viele starben an diesem Dreck, die anderen gaben ihre Kultur und ihre Werte auf, um an das Gebräu zu gelangen. Die Blackfeet verloren den Respekt voreinander und fingen an, einander zu bekämpfen.

 

Die berittene Nord-West Polizei (Maohksisoka’simiiksi) wurde von der US-amerikanischen Regierung nach Westen gesandt, um die Whisky-Händler zu vertreiben und die Ordnung wieder herzustellen. Diese Polizei brachte die weißen Gesetze zu den Blackfeet.

 

 

Verträge Blackfeet-Gebiet und heutige Reservate

 

Der erste Vertrag

 

Der Fort Laramie Vertrag von 1851 legte fest, dass der größte Teil des nördlichen Montana den Ureinwohnern gehört. 

 

1855 fragte die Regierung der Vereinigten Staaten die Plainsindianer des westlichen Nordamerika (Blackfeet, Nez Perché, Gros Ventre, Flathead, und Plains Cree), ob sie einen Vertrag schließen (innaihtsookakihtsimaan) würden. Dieser Vertrag wurde als Lame Bull Vertrag bekannt, nach dem mächtigsten Piegàn-Häuptling dieser Zeit, der ihn mit unterzeichnete. Durch diesen Vertrag traten Schwarzfuß-Indianer 26 Millionen Acre (105.280 km²) des traditionellen Territoriums an die USA-Regierung ab.

 

Die weißen Amerikaner bauten eine Eisenbahnlinie, Straßen, Telegraphenlinien und Militärposten durch den Kontinent und benötigten Frieden in den Bisonebenen. Zu der Zeit versprach die Regierung das riesige Territorium der Schwarzfuß-Indianer anzuerkennen, sicherten das exklusive agdrecht zu und versprachen jährliche Zahlungen. Das vertraglich gesicherte Gebiet wurde hier bereits Reservat bzw. Reservation genannt.

 

Dieser Vertrag wurde gebrochen.

 

Schon kurz nach Vertragsschluss drangen in starkem Maße weiße Siedler in dieses Gebiet ein und nahmen sich das Land Blackfeet und die Weidegründe der Bisons.

 

1865, 1868, 1873, 1874 verminderte sich das Territorium an der Südgrenze durch neue Verträge erheblich. Der ständiger Druck, den die sich ständig ausdehnenden weißen Siedlungen an den Grenzen, ausübten und die unerlaubten Landnahmen, verbotenen Jagdzüge und andere Zusammenstöße brachten eine starke Widerstandsbewegung bei den Blackfeet hervor.

 

Im Oktober 1867 wurde der Vertrag von Medicine Lodge zwischen der US-Regierung, in Form einer erst kurz zuvor gegründeten Friedenskommission, und den Vertretern der Schwarzfuß-Indianern, Gros Ventre, Sioux, Ponca, Cheyenne Arapaho, Crow, Apachen, Comanchen und Kiowa unterzeichnet. Der Vertrag teilte den Stämmen bestimmte Gebiete als Reservate zur landwirtschaftlichen Nutzung zu. Eine Klausel im Vertrag gestattete den Ureinwohnern, die Reservate zur Jagd zu verlassen. Diese Klausel wurde schon 1868 von der US-Regierung außer Kraft gesetzt. Den Namen erhielt der Vertrag nach einem Fluss in Arkansas, da an seinen Ufern der Vertrag unterzeichnet wurde.

 

1874 wurde das Blackfeet-Territorium in Montana durch eine Verfügung des US-amerikanischen Präsidenten weiter reduziert und nun offiziell ein Reservat an der Ostseite der Rocky Mountains bis zur kanadischen Grenze eingerichtet.

 

1877 richtete die kanadische Regierung mittels des Vertrags Nr. 7 (Treaty 7) die Reservate für die anderen Mitglieder der Schwarzfuß-Konförderation im Staat Alberta ein, mit dem auch dort sehr viel des traditionellen Schwarzfuß-Territoriums verloren ging. Unterzeichnet wurde er von den Führern der drei Stämme, Sitting on an Eagle Tail Feather von den Pikuni/Blackfeet, Crowfoot von Siksika und Red Crow von den Kainai. Hier erhielten die Bloods 350.000 Acres, die Blackfoot 178.000 Accres und der Northern-Piegan Tribe 113.000 Acres.

 

Die Stämme unterzeichneten den Vertrag, um wenigstens einen Teil ihres Territoriums und ihren Lebensstil zu sichern. Die Schwarzfuß-Indianer wollten mit ihren neuen Nachbarn friedlich zusammenleben, doch sollte niemand ihr Territorium ohne ihre Zustimmung betreten.

 

Diese Verträge bzw. präsidentiale Verfügung wurden gebrochen.

 

Mit dem Sweetgrass Hill Vertrag von 1887 wurde das große Gebiet weiter verkleinert und verschiedene kleine Reservate für jeden Stamm geschaffen. Damit waren mehr oder weniger die Grenzen der heutigen Reservate festgelegt.

 

1888 und 1895 wurde das Territorium schon wieder durch neue aufgezwungene Verträge verkleinert.

 

 

Enteignungen

 

1887 und 1896 wurde den Blackfeet weiter Land entzogen. Reservat und Glacier NP

 

1896 mussten die Blackfeet das Gebiet des heutigen Glacier Nationalparks (gegründet 1910) für 1,5 Millionen Dollar verkaufen. Laut des Vertrages sollten die Blackfeet dieses Gebiet trotzdem weiter, z. B. für die Jagd, nutzen dürfen. Damit waren die heutigen Grenzen des Blackfeet-Reservats weitgehend festgelegt.

 

Zwischen 1907 und 1911 wurde unter dem General Allotment Act von 1887 der Grundbesitz im Reservat privatisiert und einzelnen Blackfeet zugeteilt. Viele wandten sich der Rinderzucht zu, doch Dürre und extreme Winter machten ihnen zu schaffen und sie konnten die Steuern nicht zahlen. Das angepeilte Ziel, auf diesem Wege die Stammesstruktur weiter zu zerschlagen und den Weißen noch mehr Blackfeet-Land zuzuschanzen, wurde erreicht. Viele Blackfeet mussten ihren neuen Privatbesitz veräußern, um die fälligen Steuern zu zahlen und so gehört heute ein großer Teil des Landes sowie fast alle Firmen im Blackfeet-Reservat Nicht-Indianern.

 

 

Marias Massaker (Bakers Massaker)

 

Am 23.01.1870 fand unter der Führung von Major Eugene M. Baker als „Vergeltung“ für einige getötete oder beraubte weiße Siedler das Massaker am Lager von Bear Chief und Red Horn Chief, auch Heavy Runner-Lager genannt, am Marias River statt. Die US Kavallerie, die versteckt gewartet hatte, bis die Männer zur Jagd gegangen waren, tötete 173 friedliche Blackfeet, zumeist Frauen und Kinder, die außerdem an den Pocken erkrankt waren. Es überlebt neun Personen. Das Lager wurde komplett ausgelöscht.

 

Diese „heroische“ Aktion ging als das Marias-Massaker in die Geschichte ein.

 

Die anderen Jagdgruppen der Blackfeet wurden in den Norden Montanas zwangsweise umgesiedelt.

 

Die vergoltenen Taten waren nicht von Mitgliedern des Lagers von Heavy Runner ausgeführt worden, sondern vor allem von einer Gruppe junger Männer, die losgelöst von der Stammesgemeinschaft versuchten, sich gegen die immer massiver werdende Invasion der Weißen und deren Selbstverständnis, das Blackfeet-Territorium wäre quasi herrenlos, zur Wehr zu setzen. Dabei führten sie Raubzüge und Überfälle gegen Siedler, Trapper oder (Whisky)-Händler durch und töteten nur, wenn diese anfingen, zu schießen.

 

Einige Häuptlinge, vor allem aus den nördlichen Jagdgruppen, unterstützten diese jungen Männer.

 

Bekannt geworden ist Owl Child,der 1869 einige Pferde eines weißen Händlers namens Malcolm Clark gestohlen hatte. Wahrscheinlich ging dem die Misshandlung von Owl Childs Schwester durch diesen Händler voraus. Clark verfolgte die Gruppe und wurde in einem Kampf getötet, ebenso dessen Frau und den Sohn.

 

Die Weißen, die sich gegen alle Verträge auf dem Blackfeet-Gebiet angesiedelt hatten, brüllten jetzt Rache und so wurde die Kavallerie gerufen. General Philip Sheridan sandte, nachdem er von verschiedenen Blackfeet-Häuptlingen die Auslieferung der jungen Krieger gefordert hatte, wohl wissend, dass die gesuchten Männer nicht Mitglieder dieser Lager waren, das zweite US Regiment unter Major Eugene Baker aus.

 

Dieser ließ das Lager von Mountain Chief, einem Befürworter der Gruppe jungen Männer und Vater von Owl Child, suchen und entdeckten es an den Ufern des Marias River. Das Lager von Mountain Chief wurde – wahrscheinlich von den indianischen Scouts selber - gewarnt und die Gruppe konnte sich retten. So nahm sich die Kavallerie das Lager von Heavy Runner vor, trotz der Warnungen durch die Scouts, dass sie das falsche Lager angreifen würden.

 

Bei dem Angriff töteten sie 173 Blackfeet, Frauen, Kinder, alte Männer und die an Pocken Erkrankten. Nur ein Weißer starb und das, weil er zu blöd zum Reiten war, vom Pferd fiel und sich ein Bein brach. Auch Heavy Runner selbst wurde getötet, obwohl er immer außerordentlich kompromissbereit bei den Verträgen mit den Weißen war und Dokumente als „Freund der Weißen“ vorweisen konnte. Er wurde unter seiner eigenen amerikanischen Flagge hingemetzelt. Seine Freundschaft zu den Weißen half seinem Lager nicht. Das Lager wurde verbrannt. Im Feuer starben die Kleinkinder, Alte und die Kranken.

 

Die wenigen, die überlebten, hatten sich im von Eis bedeckten Marias River versteckt und flohen dann durch den kommenden Schneesturm.

 

Die Gruppe von Mountain Chief floh nach Kanada.

 

Baker, der gern als Alkoholiker diffamiert wird, schrieb keinen Bericht über seinen gloriosen Kampf gegen ein überraschtes, von Pocken gebeuteltes Lager voller Frauen und Kinder ohne männlichen Schutz, doch die Überlebenden erzählten davon und bewahrten somit diese weitere Glanztat der weißen Herrscherrasse vor dem Vergessen.

 

Die Blackfeet, extrem geschwächt durch immer wieder neue Pocken- u. a. Epidemien, konnten keine Racheaktion durchführen. Außerdem widersprach es ihrer großzügigen würdevollen abwägenden Wesensart.

 

Übrigens wurde die auch die Pocken-Epidemie des Heavy Runner-Lagers durch absichtlich mit Pocken infizierte Decken, hier waren es Handelswaren, ausgelöst.

 

 

 

 

BuiltWithNOF
[index.html] [Lebensart früher] [Politik] [Glaubenswelt] [Kultur] [Alltag] [Umgebung] [Ihre Geschichte] [Die Gegenwart] [Sonstiges] [Allgemeines]