Lebensart früher

 

Bandera_Blackfoot_Nation

 Blackfoot und Pikuni Häuptling

 

Namen

 

Für dieses Volk gibt es die verschied ensten Namen: Schwarzf uß-Indianer, Schwarzf üße, Blackfoot, Blackfeet, Siksika, Blood, Kainah, Kainaiwa, Kainai, Piegàn, Peigan, Pikuni, Pikunii, Pikani, Piikani…

 

Schwarzf uß oder Schwarzf üße ist der deutsche Name für diese nordamerikanischen Ureinwohner. Blackfoot oder Blackfeet wird dieses Volk in Englisch genannt und teilt sich in drei verschiedene Stämme auf:

 

Kainah = Káina = Kainaiwa = Kainai = Káinaua = Blood

Sisksika = Siksikauwa = Blackfoot

Apatohsiipiikani = Northern Piegàn = Piikani = Piegàn-Tribe

Amsskaapipiikani = Southern Piegàn = Blackfeet

 

Pikuni / Pikunii / Pikunni / Pikani / Piikani / Peikani sind traditionellen Namen für die Blackfeet. Desweiteren nennt man sie Piegàn oder Peigan.

 

Sich selbst nannten sich die Blackfeet früher „Nitsitapi“, was „die Einen“ oder die „Wahren Menschen“ bedeutet. Im Laufe der Zeit wurde es zur Bezeichnung für alle Indianer und sich selber nannten sie „Soyitapi“, „Menschen der Prärie“. Heute ist wieder Nitsitapi mehr und mehr in Gebrauch. Kainai, Peigan und Kootenai Chiefs

 

 

St ä m m e

 

Di e Bl a c kf e et- K o nf ör d er at io n b es ta n d i m mer aus drei mehr oder minder von einander unabhängigen Stämmen, die durch die gemeinsame Sprache und Traditionen verbunden waren und ihre einzelnen Gebiete als ein Gesamtterritorium betrachteten, dass sie auch oft gemeinschaftlich verteidigten.

 

Heute gibt es die Blackfoot oder Siksika, die Blood oder Kainai, und die Piegàn. Die Piegàn teilten sich in die Northern Piegàn und die Southern Piegàn.

 

Während alle anderen Stämme der Schwarzfuß-Indianer in Kanada leben, sind die Southern Piegàn heute US-Amerikaner. Sie nennen sich Blackfeet Tribe of Montana oder Blackfeet-Nation, wahrscheinlich als Unterschied zu den US-amerikanischen Blackfoot, einem Unterstamm bei den Dakota/Sioux.

 

Für die Entstehung der verschiedenen Stämme gibt es verschiedene Erzählungen, auf die folgende Legende bin ich besonders häufig gestoßen:

 

Das Volk der Schwarzfuß-Indianer wurde von allen Seiten von Feinden bedrängt, deshalb trafen sie die Entscheidung, sich in drei Gruppen aufzuteilen um ihr Territorium besser schützen zu können. Eine Gruppe zog nach Norden, um dort gegen die Cree anzutreten, die zweite zog in den Südwesten und kämpfte gegen die Bergvölker, die Stämme der Rocky Mountains, und die dritte Gruppe kümmerte sich um den Südosten, wo sie mit den Crow, Assiniboine und Sioux Probleme hatten.

 

Nach einiger Zeit wollte ein Schwarzfuß-Indianer aus dem Norden nach den anderen sehen. Bei seiner Wanderung kam er durch ein Gebiet, wo ein Feuer die Prärie verwüstet hatte. Als er bei der südöstlichen Gruppe ankam, fragte er nach dem Häuptling. Jeder, den er traf, behauptete, der Häuptling zu sein, deshalb nannte er sie „Akainai“, (viele Häuptlinge). Diese dagegen sahen die von der Asche des Präriefeuers verfärbten Mokassins und nannten ihn „Sik-sikah“, (Schwarzfuß).

 

Der Mann wanderte weiter und suchte die dritte Gruppe seines Volkes im Südwesten. Als er dort eintraf, sah er, dass die Frauen dieser Gruppe die Häute nicht ordentlich gerbten, sodass sie fleckig wirkten, so nannte er sie „Apikuni“ (Schäbige Häute).

 

Aus den Sik-sikah wurden die Siksika, aus den Akaina, die Kainai, aus den Apikuni, die Pikuni, die dann später durch die Grenze zwischen USA und Kanada geteilt wurden. Die nördlichen Pikuni nennen sich heute Piikani oder Peigan Tribe und die südlichen Pikuni Blackfeet-Nation.

 

Die Geschichte zeigt auch, dass diese Namen wahrscheinlich und ursprünglich Fremdbezeichnungen waren.

 

Die Small Robe, die manchmal als eigenständiger Stamm der Schwarzfuß-Indianer benannt werden, weil sie als einzige Gruppe der Schwarzfuß-Indianer friedliche Beziehungen zu den Flathead pflegten, gehörten aber doch zu den Piegan / Pikuni. Dieser Stamm wurde ausgelöscht. Lage der Great Plains

 

 

Wohnort

 

Kainai = Süd Alberta / Kanada

Blackfoot = Süd Alberta / Kanada

Piegàn-Tribe = Süd Alberta / Kanada

Blackfeet-Nation = Montana / USA

 

Woher die Schwarzfuß-Indianer ursprünglich kamen, ist aufgrund fehlender Aufzeichnungen nicht vollständig geklärt, aber nach Legenden und wegen ihrer Sprache herrscht die Lehrmeinung vor, dass dieses Volk ein „östliches Waldlandvolk“ ist und ursprünglich aus dem Gebiet des Östlichen Waldlandes bzw. des westlichen oder nördlichen Einzugsgebiet der Großen Seen kam. Sie sollen, wahrscheinlich als erstes Volk, in Richtung West gezogen sein, ausgelöst die Ausweichbewegung der Küsten- und küstennahen Völker, die selber durch die Invasion der Europäer an der Atlantikküste des amerikanischen Kontinents im 16. Jahrhundert, verdrängt wurden. Sie wanderten, gedrängt von ihren traditionellen Feinden, den Cree, in den östlichen Einzugsbereich der Rocky Mountains und lebten dort sowie in denn Plains. Die Prärie bot nahezu unerschöpfliche Jagdgebiete, die aber durch ihre unendliche Weite für ein zu Fuß wanderndes Volk schwer zu bezwingen war. Ihre Lebensweise, die sie aus den östlichen Wäldern mitgebracht hatten, legten sie sehr schnell ab und passten sich den neuen Gegebenheiten an.

 

Ihr neues Wohngebiet war der nördliche Teil der Great Plains und damit eine Trocken- und Kurzgrassteppe mit zahlreichen, größeren und kleineren Wasserläufen.

 

Mit der Nutzung des Pferdes änderte sich die Mobilität und damit die Lebensweise schlagartig. Durch die größere Geschwindigkeit und die größere Reichweite, die sie als berittenes Volk erlangen, konnten sie sich die Jagdgebiete in den nordwestlichen Teil der Plains erobern.

 

Nachweisbar siedelten die Schwarzfuß-Indianer frühen 18. Jahrhundert bereits in einem Flusstal des nördlichen Saksatchewan nahe der Eagle Hills (heute Bundesstaat Saksatchewan, Kanada), ca. 400 km östlich der Rocky Mountains. Sie selber nannten den Fluss Ponokasisahta (Elch-Fluß). Im späten 18. Jahrhundert bis frühen 19. Jahrhundert zogen sie nach Südwesten in Richtung Rocky Mountains, bedrängt durch die Cree und Assiniboin und um den Weißen auszuweichen.

 

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erreichte das Territorium aller Stämme der Schwarzfuß-Konförderation seine größte Ausdehnung. Vom nördlichen Saskatchewan reichte es bis zum Gebiet des heutigen Yellowstone Nationalparks, zum Yellowstone Fluß (Otahkoitahtayi). Im Westen begrenzten die Rocky Mountains das Gebiet der Schwarzfuß-Indianer und im Osten reichte es bis zur Mündung des Milk River in den Missouri.

 

Dann wurde das Gebiet durch Verträge mit den Weißen immer mehr eingeengt, bis es den heutigen Stand erreichte, mit den drei Reservaten in Alberta/Kanada und zwar der Kainai, der Blackfoot und der Peigàn und dem Reservat der Blackfeet in Montana, USA.

 

Die Blackfeet Reservation liegt im nordwestlichen Teil Montanas. Im Norden grenzt es an die kanadische Provinz Alberta. Im Westen bildet der Glacier Nationalpark die Grenze. Der Chief Mountain liegt an der Nordwestgrenze.

 

Die Reservation der Blackfeet-Nation ist 1,5 Millionen Acres (6.070 km²) groß und damit das größte der sieben Reservate Montanas.

 

 

Sprache

 

Das Blackfeet, Ni’tsiitapipo’ahsin, manchmal auch Blackfoot genannt, gehört zur Sprachfamilie des Algonkin, zu der auch u. a. Cree, Cheyenne oder Ojibwa gehören, hat aber eine eigene Entwicklung genommen und zwar grammatikalisch als auch phonologisch.

 

Es ist eine polysynthetische Sprache, wie auch viele der nativen Sprachen in Süd- und Mittelamerika. Bei einer polysynthetischen Sprache wird, in dem zu einem Verb (oder einem anderem Wort) durch Zufügung von Silben ein immer komplexeres Wort gebildet, welches durchaus den Sinn eines gesamten Satzes im Deutschen entsprechen kann.

 

Beispiel:

 

kitáá'ssksniihpa otaanistsoonihpi?

Weißt du, welcher Tag heute ist?

ssksini

wissen

kítssksinii'p

du weißt

kitáá'ssksniihpa?

Weißt du…?

ksiistsikó

Tag

itstsii

sein

 

 

imitáá

Hund

pohkómitaa

kleiner Hund

omáhkomitaa

großer Hund

kitomitaaminnoon

unser Hund

kiistowa kitomitaam

dein Hund

kiistowawaa kitomitaamowa

euer Hund

nitomitaam

mein Hund

kohkit imitai

gib mir einen Hund!

 

Es gibt zwei Dialekte, das Siksika und das Kainaa-Pikani, die aber nicht exakt mit der politischen Einteilung übereinstimmen.

 

Die ersten Wortlisten des Blackfeet wurden Anfang des 19. Jahrhunderts erstellt, aber die wissenschaftliche Erforschung begann erst Ende des 19. Jahrhunderts.

 

Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte John William eine Silbenschrift, die stark an die Zeichen der Cree angelehnt ist, aber anders ausgesprochen wird. Sie hat sich aber nicht durchsetzen können.

 

Es gibt etwa noch 5.000 aktive Sprecher in der gesamten Blackfeet-Konförderation. Durch verschiedene Programme hat das Blackfeet gute Aussichten eine der wenigen nativen Sprachen in den USA zu sein, die überleben. Heute ist Blackfeet wieder Teil des Unterrichts an den Reservatsschulen. Es gibt sogar einen Fernkurs beim Blackfeet Community College und Selbstlern-Kurs mit Buch mit CDs im Blackfeet-Nation Shop.

 

 

Bevölkerung

 

Mitte des 19. Jahrhunderts betrug die Gesamtbevölkerung der Konförderation der Schwarzfuß-Indianer ca. 15.000 Mitglieder.

 

1809 schätzte der Trapper Alexander Henry die Zahl der Blackfoot auf 5.200 Menschen. Der Künstler George Catlin schätzte 1832 die Gesamtbevölkerung der gesamten Schwarzfuß-Indianer auf 16.500.

 

Ab 1840 nahm die Bevölkerung aufgrund von Epidemien, wie Diphtherie (1836) oder Pocken (1837) und durch Kriegshandlungen stark ab. Die südliche Gruppe der Pikuni, die Small Robes gilt als ausgestorben. Vielleicht lag es an ihrem frühen engen Kontakt mit den Jesuiten, denn die Weißen brachten neue unbekannte Krankheiten…

 

1896 lebten nur noch 1.400 Blackfeet in Montana.

 

 

BuiltWithNOF
[index.html] [Lebensart früher] [Politik] [Glaubenswelt] [Kultur] [Alltag] [Umgebung] [Ihre Geschichte] [Die Gegenwart] [Sonstiges] [Allgemeines]