Lage

 

Bandera_Blackfoot_Nation

Blackfeet Fahne

Die Fahne der Blackfeet Nation zeigt das Reservat und Adlerfedern.

 

 

Politische Lage

 

Der Stamm hat seine Hauptgeschäftsstelle bzw. seinen Hauptsitz in Browning, der größten Stadt im Reservat und wird vom gewählten Stammesrat geleitet, der aus neun Mitgliedern. Der Vorsitzende des Stammesrates fungiert auch als Hauptgeschäftsführer.

 

Der Stamm wählt alle zwei Jahre den Stammesrat. Nur eingetragene Stammesmitglieder haben das Wahlrecht. Vor kurzem wurde die Legislaturperiode auf vier Jahre erweitert.

 

Die Blackfeet-Nation arbeitet mit der Regierung des Bundesstaates Montana zusammen und zwar in der Weise, dass die Blackfeet alle inneren Angelegenheiten selbst bestimmen können (domestic sovereign). Sie sind als selbstständige indianische Nation anerkannt, was ihnen das Recht Verträge und Absprachen zu schließen, Gesetze zu erlassen und ihr unterliegt die Polizeigewalt, jedenfalls lauten so die Gesetze und Verträge zwischen der Regierung und der Blackfeet-Nation.

 

Die kommunale Verwaltung unterliegt dem Stammesrat und stellt die meisten Dienstleistungen bereit, wie die Kinderfürsorge, Naturpark-Verwaltung, Gesundheitsfürsorge, Arbeitsbeschaffungs- maßnahmen, Bildung, Verwaltung und Kontrolle des Stammeslandes, Altenfürsorge, Abfallentsorgung und Wasserwirtschaft. Blackfeet Police

 

Die Indianerpolizei wird seit 2003 durch das Büro für Indianische Angelegenheit (BIA) kontrolliert, die auch die Polizisten in Person und Anzahl einsetzt, nachdem Probleme innerhalb dieser lokalen Polizei aufgetreten waren. Damit ist ein Großteil der Exekutive dem Stamm entzogen worden.

 

Ähnlich stellt es sich dar, wenn die Regierung der USA oder Montanas oder das FBI … der Meinung sind, dass sie bestimmte Dinge durchsetzen muss. Dann werden sämtliche Verträge und Gesetze nach deren Gutdünken außer Kraft gesetzt.

 

Seit 1978 ist Earl Old Person Häuptling der Blackfeet-Nation. Er ist gleichzeitig Vorsitzender des Blackfeet Stammes Geschäftsrat.

 

 

Ökonomie

 

Landwirtschaft und Viehzucht stellen die Basis der Blackfeet-Ökonomie dar, aber nicht die Haupteinnahmequelle. Dazu gibt es der Dienstleistungssektor und viele Blackfeet Saison- und Aushilfskräfte für die Landwirtschaft.

 

Die meisten Einnahmen des Reservats beruhen auf Erdöl und Erdgas, die in den Erdölfeldern in 690 Bohrlöchern (642 Erdöl, 47 Erdgas) auf Stammesland gefördert werden. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus. Erst dann kommt die Landwirtschaft, wobei hier die Viehwirtschaft die meisten Einnahmen bringt, und die Forstwirtschaft / Nutzholzgewinnung. In Browning gibt es eine Stifte-Fabrik, die vor allem Frauen einen Arbeitsplatz verschafft.

 

Für 2002 wurden die Einnahmen der Landwirtschaft mit 9 Millionen Dollar angegeben. Es gibt 354 Farmen, davon sind 198 in Besitz von amerikanischen Ureinwohnern. 18 % des Landes wird zur Fleischrindzucht genutzt, des Weiteren werden Schweine und Hühner produziert. Milchkuhhaltung, Bison-, Pferde- und Schafhaltung sind untergeordnet. Wegen der schwierigen klimatischen Bedingungen (lange kalte Winter, trockene kurze Sommer), wird Ackerbau nur auf 130 km² betrieben. Nur 13 % der landwirtschaftlichen Fläche wird bewässert. Er wird vornehmlich Weizen, Gerste, Heu und ein wenig Hafer angebaut.

 

Von den 5.919 km² Stammesland werden 2.633 km² durch den Stammesrat für eingetragene Stammesmitglieder treuhändisch verwaltet. Der Stamm hat das Vorkaufsrecht auf das gesamte Land im Reservat. Jeder, der Land aus Privatbesitz verkauft, muss es zuerst dem Stamm anbieten. 1.260 km² Land gehören direkt dem Stamm, 2.144 km² sind Verwaltungsreserve. Das restliche Land ist steuerpflichtig und wird an Privatleute, Stammesmitglieder oder Nicht-Stammesmitglieder, verpachtet.

 

Es gibt mehrere Minen auf Stammesland, aber diese brachten nur sehr wenige neue Arbeitsplätze, dafür kämpfen die Blackfeet jetzt mit der Umweltverschmutzung. Dazu kommen die Probleme, die die in den Minen beschäftigten arbeitenden Nicht-Stammesmitglieder im Reservat machen.

 

Es gibt zwei große Casinos, die von der stammeseigenen Siyeh-Corporation geführt werden, das Glacier Peaks Casino und das Discovery Lodge Casino (2002). Wie die eingenommenen Gewinne genutzt werden, hat sich mir noch nicht erschließen können.

 

Die Waldbrandbekämpfung ist ein wichtiger saisonaler Arbeitsplatz für viele (männliche) Blackfeet. Im Jahre 2000 arbeitet ca. 1.000 Blackfeet als Feuerwehrmänner in der Waldbrandbekämpfung. Das Chief Mountain Hotshots Team soll das Beste sein. Die Waldbrandbekämpfung brachte im Jahr 2000 eine Einnahme von ca. 6,1 Millionen Dollar, allerdings ist es keine sichere Einnahmequelle, da die Zahl und Größe der Waldbrände von Jahr zu Jahr variiert.

 

Arbeitslosigkeit ist heute ein großes Problem im Blackfeet-Reservat, wie in allen Reservaten oder unter den amerikanischen Ureinwohnern. Das BIA, das Bureau of Indian Affairs gibt im Indian Labor Force Report aus dem Jahr 2000 an, dass von 5.359 Arbeitssuchenden 74 % arbeitslos waren und 22 % gehörten den „werktätigen Armen“ an, d. h. ihr Arbeitslohn reicht nicht zum Leben aus.

 

Im Februar 2002 gaben das Montana Department of Public Health and Human Services erneut eine Arbeitslosenquote von 70 % Arbeitslosigkeit für die Blackfeet Reservation an.

 

 

Bevölkerung

 

Nach Aussage des Berichtes des US Census Büros aus dem Jahr 2000 gab es 10.100 Menschen im Blackfeet-Reservat, davon waren 8.655 amerikanische Ureinwohner.

 

Die durchschnittliche Familie hat 3,68 Personen.

 

Von 1992 bis 2002 wuchs die Bevölkerung des Reservats um 15 %, während der Stamm um 13 % (eingetragene Blackfeet) wuchs.

 

Nach Angaben des Stammes selber beträgt die Zahl der eingetragenen Mitglieder 15.200, wovon 7.000 in der Reservation selbst leben. Das Blackfeet Youth Development gibt die Gesamtzahl der Blackfeet mit ungefähr 14.000 an, wovon 8.600 in Blackfeet Country leben.

 

Eine Person, die sich als Blackfeet beim Stamm registrieren lassen will, muss mindestens ein Viertel Blackfeet-Blut nachweisen können. Wer 50 % Blackfeet ist, wird automatisch von der Regierung als Blackfeet erfasst. Daher kommt es zu unterschiedlichen Angaben bei verschiedenen Quellen.

 

 

Gesundheit

 

Ein Drittel der Bevölkerung sind vom Alkohol oder anderen Drogen abhängig. Unter den Jugendlichen breiten sich Metaamphetamine als neue billige Droge aus.

 

Diabetes und Übergewicht sind aufgrund der veränderten Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zu einem großen Problem geworden. Die über Jahrtausende auf Vitamin C-reiche Kost und kaum fett- und kohlehydratreiche Lebensmittel eingestellten Blackfeet leiden unter der „weißen“ kohlehydrat-, zucker- und fettreichen Kost noch mehr als andere Bevölkerungsgruppen. Es gibt inzwischen Programme des Stammes und des Blackfeet Youth Departments, die über richtige Ernährung und Prävention informieren. Leider fehlen diesen Programmen die Gelder, um umfassender vorgehen zu können und den meisten Blackfeet, um diese Ratschläge auch umsetzen zu können.

 

 

Bildung

 

Nur 37 % der Erwachsenen im Reservat haben einen High School Abschluss und 12 % haben weniger als neun Klassen. Nur 3 % der Bevölkerung im Reservat haben einen höheren als einen High School Abschluss und nur 1 % hat einen Universitätsabschluss.

 

 

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