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Tagesablauf
Der Morgen wurde mit Gesang und Gebet zur Sonne und dem Großen Ganzen begonnen. Es wurde um einen guten Tag gebeten. Danach begann der alltägliche Ablauf. Die Leute zogen sich an und gingen hinaus. 
Die männlichen Blackfeet gingen jeden Morgen in den nächsten Fluss zum Schwimmen und zwar bei jedem Wetter und das gesamte Jahr über. Die Frauen bereitete das Essen zu, das den ganzen Tag zur Verfügung stand und widmete sich dann ihren Aufgaben. Die Männer kümmerten sich um die Pferde, gingen auf Jagdzüge oder bewachten das Lager.
Der Abend war die Zeit für Besuche und Müßiggang. Die Erwachsenen kamen, um Neuigkeiten austauschen und zu tratschen. Die Männer sprachen gern über vergangene und zukünftige Jagdausfluge und tauschten ihre Erfahrungen von Überfällen und Pferderaubzügen aus.
Die Blackfeet waren ein fröhliches Volk und es wurde viel gelacht und gescherzt.
Der Abend war auch die Zeit der Legenden. Die Großeltern erzählten nur in den Nachtstunden, dafür stundenlang den Kindern die alten Geschichten und Legenden und vermittelten ihnen so die Werte der Blackfeet. Am Tage wurden diese Geschichten nicht erzählt, da die Großeltern sagten, dass die Kinder blind werden würden. Sie meinten, dass während des Tages zu viele Ablenkungen vorhanden wären, und so ginge der Inhalt der Geschichten verloren.
Die Kinder waren in allen Tipis willkommen und verbrachten die Nacht, wo sie gerade einschliefen.
Lager
Die Lager wurden mehrfach im Jahr verlegt, so wie die Naturreserven, wie Holz, Wild oder Gras für die Pferde, knapp wurden, bevor sie sich erschöpften, doch die Wanderungen waren nicht ziellos. Die Blackfeet wussten genau, wo gerade viele Früchte reiften, welche Tiere wo gerade lebten. Die Jagdgruppen planten ihre Wanderungen nach diesen Informationen und schlugen das neue Lager immer in sicheren Plätzen mit genügend Wasser und sauberen Quellen auf.
Die meiste Zeit des Jahres lebten die Blackfeet in Lagern mit 10 bis 20 Tipis. Die Mitglieder eines Lagers konnten in andere Lager wechseln.
Wenn die Tage kürzer wurden, spätestens mit beginnenden kaltem Wetter zogen die Blackfeet in geschützte Flusstäler und in die Gebirgsausläufer der Rocky Mountains. Hier gab es genügend Wasser und Feuerholz und Rinde für die Pferde, wenn das Gras unter zuviel Schnee für die Pferde nicht zu erreichen war. Eine wichtige Vorbereitung auf die kalte stürmische Zeit, war neue Nadelholzstangen zu schlagen und damit die abgenutzten Stangen der Tipis zu ersetzen. Auch die durchgescheuerten Zeltplanen wurden erneuert.
Die Wanderung mit allen dazugehörigen Arbeiten, wie der Abbau und das Zusammenfalten der Tipis, das Verstauen aller Habseligkeiten auf den Travois und den Pferden selbst und der Aufbau der Tipis am neuen Lagerort, wie auch die Hilfe und Unterstützung für Alte, Kranke und Kinder lag im Verantwortungsbereich der Frauen. Sie mussten auch darauf achten, dass während der Wanderung die Ladung nicht verrutschte. Das Auf und Ab zwischen den sanften Hügeln der Prärie machte ständige Beobachtung und Kontrolle notwendig.
Während der Wanderung sammelten die Frauen Pflanzen und die Männer, die nicht zur Bewachung des Zuges eingeteilt waren, gingen auf die Jagd. Oftmals gab es auch einen oder mehrere Trupps von Spähern, die nach Bisonherden Ausschau hielten.
Bei den Wanderungen mussten oft Flüsse gequert werden. Da diese viele versteckten Untiefen hatten, die Überquerung leichter und sicherer machten und diese Stellen bekannt waren, und die Wege über die leichten Pfade über und durch Hügel führten, wurden die Wanderwege zu einer komplexen Struktur innerhalb der weitläufigen Landschaft.
Wenn die Tage länger wurden, suchten die Blackfeet nach Zeichen an den Pflanzen, die anzeigten, dass die Kälte vorbei ist. Mit dem neusprießenden Gras und dem Wiedererwachen der Natur wurden die Lager wieder in die Plains zurückverlegt.
Winterlager
Wenn die Tage kürzer wurden, spätestens mit beginnendem kaltem Wetter zogen die Blackfeet in geschützte Flusstäler und in die Gebirgsausläufer der Rocky Mountains. Hier gab es genügend Wasser und Feuerholz und Rinde für die Pferde, wenn das Gras unter zuviel Schnee für die Pferde nicht zu erreichen war. Sie wählten breite, waldreiche Täler. Besonders beliebt war das Tal des Marias River, später lagerten viele lieber in der Nähe von Handelsposten. Im Winter zog das Lager nur um, wenn es nicht mehr genügend Gras, Feuerholz oder Wild gab.
Eine wichtige Vorbereitung auf die kalte stürmische Zeit, war neue Nadelholzstangen zu schlagen und damit die abgenutzten Stangen der Tipis zu ersetzen. Auch die durchgescheuerten Zeltplanen wurden erneuert.
Das Winterlager kannte keine festgelegte Ordnung, nach der die Tipis aufgestellt wurden.
Wenn die Tage länger wurden, suchten die Blackfeet nach Zeichen an den Pflanzen, die anzeigten, dass die Kälte vorbei ist. Auch der Zug der Wildgänse oder die Größe der Büffelföten waren wichtige Anzeichen für den bevorstehenden Wechsel der Jahreszeit. Wenn das Eis brach und das Gras wieder sproß, hielten die Schwarzfußindianer eine Biberzeremonie ab und zogen den Bisonherden in die Plains hinterher.
Frühjahrswanderung
Diese Zeit etwa von Ende März bis Anfang Juni war eine für die Frauen wie für die Jäger sehr anstrengende Zeit, denn durch die Jagd musste das Lager ständig umziehen und immer wieder mussten die Büffelherden aufgespürt werden. Zusätzlich erschwerten starke Stürme, die bis Mai auftreten können, die Wanderung.
Jetzt im Frühjahr wurden vor allem Bisonkälber gejagt, deren Haut zu weichem Leder für Kinderbekleidung und Beutel verarbeitet wurde. Neben den ständigen Umzügen mussten die Frauen die Alltagsutensilien erneuern, dazu Bekleidung und Mokassins herstellen. Die Männer erneuerten die Pferdegeschirre.
Im Frühjahr fand nach dem ersten Frühlingsgewitter die Medizinpfeifenzeremonie statt. Es war die wichtigste Zeremonie dieser Jahreszeit.
Sommerlager
Das Sommerlager war das bedeutendste Ereignis des Jahres für die Blackfeet.
Die heiligen Führer suchten den Platz für das große Sommerlager aus, wo alle Jagdgruppen eines Stammes zusammenkamen. Die Blackfeet trafen sich jedes Jahr, um ihre Zeremonien gemeinsam durchzuführen. Bei diesen Zeremonien wurde die heilige Verbindung der Blackfeet mit der Welt erneuert. Diese Feier wurde „Die Zeit, in der alle Menschen gemeinsam in einem Lager leben“ (Akoka’tssini) genannt. Seit dem Beginn der Pferdezeit führten sie hier den Sonnentanz durch.
Die Zeremonien im Lager erinnerten die Blackfeet daran, dass die Blackfeet ein Teil der Natur sind und alle Tiere und Pflanzen mit Respekt zu behandeln und Niitsitapii, „die wahren Menschen“ zu sein. Es ist Teil ihrer Zeremonie.
Wenn die Menschen im Lager ankamen, stellten sie ihr Tipi neben anderen Mitgliedern ihrer Jagdgruppe auf und bildeten dabei ein großen Kreis, der nach Osten offen blieb. Dann gab es die große Sommerjagd, bei der die Vorräte für diese große Menschenmenge geschaffen wurde und auch genügend Opfergaben für die verschiedenen Zeremonien.
Während des Sommerlagers wurden viele soziale Kontakte gepflegt. Die Männer spielten das Handspiel (piiksikahtasin )und erzählten die alten Geschichten. Piiksikahtasin ist ein Spiel für zwei Teams, die sich gegenüber saßen. Ein Team warf ein Paar kleiner Knochen zwischen sich und sangen Lieder, um die Gegner abzulenken. Die anderen versuchten die Knochen zu fangen. Der Wetteinsatz waren Pferde, Waffen oder andere Dinge.
Der Platz, wo dieses gemeinsame Lager stattfand, war ein Platz mit genügend Wasser und Holz. Manchmal nahmen sie getrockneten Bisonkot für das Feuer. Dieses Feuer soll sehr aromatisch und angenehm gerochen haben.
Ende des 19. Jahrhunders verbot die us-amerikanische Regierung das Sommerlager und alle Zeremonien, inklusive des Sonnentanzes, doch die Blackfeet führten die Zeremonien heimlich weiter und hielten so die Traditionen am Leben.
Herbstwanderung
Nach dem großen Sommerlager, wo sich alle Jagdgruppen der Blackfeet trafen, die Zeit, in der in der Pferdezeit der Sonnentanz stattfand, zogen die einzelnen Gruppen wieder in die Plains zurück. In dieser heißen Zeit wurden oftmals zwei Travois zusammengebunden und mit einer Bisonhaut überzogen. In diesem Schatten saßen die Menschen zusammen und unterhielten sich.
Der Spätsommer war die Zeit der Erholung. Viele reisten zu anderen Lagern, um Freunde oder Verwandte zu besuchen, bevor die Herbstjagd begann.
Im Herbst war das Fleisch der Bisonkühe wohlschmeckend. Während der ständigen Lagerverlegung, bei der das Lager den Jägern und der Beute folgte, um die Transportwege zu verkürzen, sammelten die Frauen zusätzlich Beeren und Camassiaknollen, die sogenannten Prärierüben, schabten und gerbten die Felle und trockneten das Fleisch als Wintervorrat.
Männer
Die Männer hatten ihre Aufgaben außerhalb des Lagers und waren meist unterwegs. Sie kannten alle Hügel und Wasserströme der Umgebung, denn sie waren die Jäger und Beschützer des Lagers, brachten das Fleisch und vertrieben Eindringlinge.
Bevorzugte Beute waren wegen des schmackhaften Fleisches Bison, Elch oder Hirsche. Ein großzügiger Jäger teilte seine Beute mit anderen, denn Großzügigkeit war eine Tugend. Die jungen Männer schenkten Fleischstücke der Familie der von ihnen bevorzugten Mädchen.
Auch die Ratsversammlungen und Zeremonien verbrauchten viel von ihrer Zeit.
Aufgrund der Witterungsverhältnisse im Winter mit Temperaturstürzen und Stürmen, gingen die Männer nur selten im Winter auf Raubzug.
Die jungen Männer wurden angehalten, außerhalb und vor der Ehe sexuelle Erfahrungen zu sammeln. Das galt als männlich und wurde gefördert.
Frauen 
Der Umzug von Lager zu Lager, das Be- und Entladen der Pferde für die Wanderung, das Tipi, mit Herstellung, Aufbau und Abbau, Ordnung und Sauberkeit im Tipi, waren reine Frauenarbeit.
Ebenso die Bearbeitung von Häuten, wie schaben, gerben, walken, Herstellung der Kleidung, Sammeln und Haltbarmachung der Vorräte, Kochen und das Verzieren der Kleidung waren ihre Aufgaben. Meist arbeiteten sie gemeinsam mit anderen Frauen. Dabei wurde viel gelacht und gescherzt und auch die jungen Mädchen unterrichtet.
Wenn das Wetter warm war, saßen die Frauen gemeinsam vor den Tipis und und arbeiteten an den Häuten von Bison, Elch und Hirsch. Es war eine typische Arbeit, die vor dem Tipi ausgeführt wurde. Das Reinigen und Gerben der Häute verbrauchte viel Zeit. Es war eine schwierige Arbeit für die viel Geduld und Geschick erforderte.
Frauen mussten sehr tugendhaft leben, Mädchen mussten jungfräulich in die Ehe gehen. Fremdgehen wurde hart bestraft. Es war möglich, dass die fremdgehende Frau von allen Männern im Lager vergewaltigt wurde und sogar getötet. Auch konnte ihr der Mann die Nase abschlagen oder sie verstoßen.
Kinder
Die Kinder verbrachten den größten Teil ihrer Zeit mit gemeinsamen Spielen, als Kleinkinder Jungen und Mädchen gemischt. Viele Spiele kopierten die Tätigkeiten der Erwachsenen und bereiteten sie so auf das Leben vor.
Beide Geschlechter mussten für genügend Feuerholz und einen entsprechenden Vorrat im Tipi sorgen, das war die erste Aufgabe, die Kindern, abgesehen von der Beaufsichtigung jüngerer Geschwister, übertragen wurde, schon vor dem achten Lebensjahr.
Die Einbeziehung in die Aufgaben und Arbeiten der Erwachsenen begann mit dem achten/neunten Lebensjahr. Die älteren Kinder halfen ihren Eltern, die Jungs bei der Bewachung und den Pferden, die Mädchen arbeiteten gemeinsam mit ihren Müttern und Tanten.
Den größeren Jungen fiel die Aufgabe zu, die Pferde zu beaufsichtigen. Dafür umrundeten sie regelmäßig, auch in den Nachtstunden, die Herden und führten sie am Morgen zum Wasser. Sie jagten kleinere Tiere wie Erdhörnchen mit Pfeil und Bogen und übten sich in Wettläufen, Pferderennen und Ringkämpfe.
Die Mädchen halfen der Mutter, die Häute zu gerben, Vorräte zu dörren und Pemmikan herzustellen und lernten, die Kleidung zu fertigen, wie man sie mit Malerei und Stachelschweinstickerei (kaayiis) verschönte. Nur wenn ein Mädchen gut und sauber arbeitete, erwarb es das Recht, die gezeigten Muster zu nutzen.
Erziehung
Alle, ob es die Großeltern, die Verwandten oder die Nachbarn waren, halfen, die Kinder zu erziehen, die mit sehr viel Freiheiten aufwuchsen. Es gab keine Zwänge und das natürliche kindliche Verhalten durfte ausgelebt werden. Spiel bestimmte den Alltag. Selbst beim Schlafen gab es keine Vorschriften, die Kinder schliefen, wo sie waren, ob es in einem fremden Tipi war und auch der Zeitpunkt wurde nicht vorgeschrieben. Geduld und Hinweisen auf Gefahren war die Erziehungsstrategie der Blackfeet.
Die älteren Kinder passten auf ihre jüngeren Geschwister auf und hielten sie von Gefahren fern.
Ab dem achten Lebensjahr begann die Familie, die Kinder durch Übertragung von Aufgaben auf das Leben als Erwachsene vorzubereiten und heranzuführen.
Die Männer nahmen alle Jungs des Lagers mit zum nächsten Fluss zum Schwimmen, Sommers und wie Winters, um sie abzuhärten und körperliche Fitness.
Mit der Pferdekultur bildete sich das Institut der Mini’pokaa, der bevorzugten Kinder oder Enkelkinder, heraus. Diese Kinder blieben von Routinearbeiten verschont und wurden vor den Problemen der normalen Kindheit beschützt. Wenn die Familie wohlhabend war, erhielt dieses bevorzugte Kind ausgeklügelte Geschenke wie Miniaturtipis, die mit heiligen Zeichen bemalt waren. Einige dieser Kinder bekamen erfolgreiche Führer als Lehrer. Aber das Mini'pokaa konnte Familien in den Ruin treiben.
Den Eltern (Iiko’siiksi) oblag es, ihren Kindern die grundlegenden Fertigkeiten für das Leben zu zeigen, zuberaten und zu helfen.
Ernährung
Die Blackfeet hatten eine abwechslungsreiche Kost, die sie aus den wild vorkommenden Pflanzen bezogen, so sammelten sie Blattgemüse, Wurzeln, Prärierüben und Beeren, die sie verarbeitet für das Essen oder als Medizin einsetzen. Die Innenseite der Cottonwood-Baumrinde ist süß. Gesammelt wurde das fast ganze Jahr und überall.
Essbare Pflanzen waren die Prärierübe, Camassiawurzeln, Bitterroot, die, mit einem angespitzen Stock ausgegraben, frisch oder getrocknet verwendet wurden und dafür gekocht oder gebacken wurden oder zu Mehl verarbeitet in die Suppe kamen. Die Beerensaison begann im Hochsommer und dauerte bis in den Herbst. Gesammelt wurden Stachel-, Preisel-, Saskatoon-und Johannesbeeren, Kirschen und Felsenbirnen.
Gejagt wurden Elche, Hirsche, Wapitis, Dickhornschafe, Antilopen, Gabelböcke und Schneeziegen und frisch gegessen oder zu Trockenfleisch (kayis) verarbeitet. Dazu kam Kleinwild wie Kaninchen, Streifenhörnchen, Präriehunde. Vögel wie Gänse, Enten und Präriehühner gehörten nicht zum Speiseplan, ebenso galten Fisch, Bär und Reptilien als nicht wirklich essbar und waren als Nahrungsmittel außerordentlich unbeliebt. Diese Tiere wurden von den allermeisten Blackfeetgruppen, außer in Hungerzeiten, nicht konsumiert. Es gab allerdings eine Fish-Eater-Gruppe bei den Kainai. Hunde und Pferde wurden nur als allerletzte Rettung in schwersten Hungerzeiten gegessen. Eine solche Notwendigkeit war so einschneidend, dass sie sogar in den Winter-Counts erwähnt wurde. Hauptfleischlieferant war aber trotz allem der Bison.
Der Hauptbestandteil der Ernährung beruhte also auf Fleisch und Beeren, war dementsprechend sehr reich an Vitamin C und arm an Fett und Kohlehydraten. Einige wenige Kohlehydratlieferanten waren die Prärierüben, die die Frauen ausgruben und sammelten. Trockenfleisch war die Hauptnahrung im Winter. Zusammen mit getrockneten Früchten und stärkehaltigen Wurzeln und Rüben ergab es schmackhafte Gerichte. Bevorzugt wegen des Geschmacks wurde das Fleisch von Elch, Hirschen und Bison. Das Mark und das Fett aus den Bisonknochen lieferte wichtige Energiereserven für die kalten Winter.
Beim Schlachten gab es zwei Methoden, die eine war das sogenannte „schwere“ Schlachten, bei dem alles vom Tier verwertet wurde. Die zweite Methode war das „leichte“ Schlachten, wo nur die Haut und die besten Fleischstücke und die bevorzugten Innereien genutzt wurden. Diese Methode wurde eingesetzt, wenn das Lager zu weit weg war oder sehr viel Fleisch vorhanden war. Besonders nach Durchsetzung des Hinterladers begannen die Schwarzfuß-Indianer, wie alle Plainsindianer, dieser Verschwendung zu frönen.
Beim schweren Schlachten reichte eine normal ernährte Bisonkuh um eine Durchschnittsfamilie von acht Personen für zwei Wochen oder länger zu ernähren.
Schon während des Schlachtens, zu dem meist die Frauen mit ihren Packpferden kamen, wurden verschiedene Teile des Tieres roh genossen, so Gehirn – falls es nicht zur Gerbung des Leders benötigt wurde -, Leber, Niere, Nase und Teile des Marks, falls es nicht für das Pemmikan (Mookimaani) aufgespart wurde. . Die Testikel der Bullen waren bei den alten Männern als Potenzmittel beliebt.
Die Frau des Tipis kochte oft Eintopfgerichte, die am Feuer warm gehalten wurde. Jeder Bewohner des Tipis, der Hunger hatte, konnte sich bedienen, wenn er hungrig war. Ein formelles Essen gab es nicht, aber meist servierte die Frau ihrem Mann das Essen, wenn er am Morgen nach dem Bad im Fluss zurückkam.
Neben Eintöpfen und gebratenem Fleisch wurden Pemmikan (Mookimaani) gegessen, einem Gemisch aus Fett, Fleisch und Trockenfrüchten. Die Eintöpfe bestanden aus Fleisch, Beeren und etwas Fett sowie stärkehaltigen Wurzeln. Besonders bei Kindern beliebt war die süße Felsenbirnensuppe. Zucker kannten die Blackfeet nicht. Auch eine Art Blutwurst wurde aus dem Darm der Bisons hergestellt. Zu diesem Zweck wurden Teilstücke mit einer Mischung aus frischem Blut, Beeren und Bisonfett gefüllt und gekocht. Diese Würste werden bis heute – wenn auch aus Rind – hergestellt und gegessen.
Zum Braten oder Grillen wurde das Fleischstück an einem Dreibein am Feuer aufgehängt, bevorzugt Rippenstücke.
Bevor Metallkessel bei den Blackfeet Einzug hielten, kochten sie ihr Essen oftmals in Mägen oder Häuten. Dafür wurden diese an einem Gestell mit vier Pfosten mittig aufgehängt und durch im Feuer erhitzte Steine das Wasser zum Kochen gebracht. Die Kochhaut konnte im Bedarfsfall mitgegessen werden. Manchmal wurde auch Beerensaft aus zerstoßenen frischen Beeren hergestellt.
Getrunken wurde klares Wasser. Manchmal wurde auch Beerensaft aus zerstoßenen frischen Beeren hergestellt. Die Blackfeet kannten keinen Alkohol, wußten auch nicht um dessen Herstellung, bis er von den Weißen gebracht wurde. Deshalb fehlt ihnen jegliche Anpassung und durch das Fehlen der alkoholabbauenden Enzyme wirkt Alkohol schneller und länger als bei Weißen.
Mit dem Beginn des Handels mit den Weißen hielten schnell Zucker, Mehl und Tee in die Blackfeet-Küche Einzug.
Pemmikan, Trockenfleisch und Trockenobst wurden in Parfleches aufbewahrt. Die Pemmikanbehälter durchtränkten sich mit der Zeit mit Fett und dienten in Notzeiten als Essen. Fett wurde in gesäuberten Mägen gesammelt.
Wichtige Arbeiten/ Handwerk
Ein nomadisches Jägervolk kann sich nur den Dingen widmen, die dem Überleben dienen. Allein der notwendige Transport limitiert Besitz, auch Besitz an Werkzeug. Trotzdem hat das Handwerk bei den Blackfeet auf den für sie wichtigen Gebieten, wie Lederbearbeitung oder Waffenherstellung, einen sehr hohen Stand erreicht. Dagegen brachte die Töpferei nur einfache Objekte hervor. Diese hatte in den Hundstagen nur dieses Niveau erreicht, da durch die ständigen Wanderungen besonders komplizierte Formen mehr als unpraktisch waren und es auch nie viel Zeit zum Üben und ausprobieren gab. Auch Holz- und Steinbearbeitung hatten kein überragendes Niveau. Weben und Korbflechten waren unbekannt.
Die handwerklichen Tätigkeiten waren streng nach Geschlechtern getrennt.
Häute bearbeiten
Die Bearbeitung der Häute und die Herstellung und Verarbeitung von Leder war allein Sache der Frauen.
Genutzt wurde natürlich in erster Linie Bisonhaut, aber auch die Häute von Hirsch, Elch, Antilope, Wapiti, Bergschaf, Schneeziege und später das vom Rind.
Das Leder wurde in zwei verschiedenen Arten hergestellt, als sehr weiches, gegerbtes Leder oder als stabiles hartes Rohleder. Der Anfang der Herstellung ist in beiden Fällen zumindest am Anfang dasselbe.
Die Frauen mussten die Häute von den Kadavern schnell und vorsichtig, um keine Löcher in die Haut zu schneiden. Das Bearbeiten der Häute kostete sehr viel Zeit, deshalb wurde es nicht sofort nach einer erfolgreichen Jagd gemacht, nachdem Fleisch und Innereien verarbeitet waren.
Die Häute wurden zum Schaben und Trocknen in Rahmen gespannt oder mit kleinen Holzpflöcken auf dem Boden ausgespannt. Dabei zeigte die Haarseite nach unten bzw. von der arbeitenden Frau weg. Nachdem Spannen der feuchten Haut musste die Frau die anhaftenden Fleisch- und Fettreste entfernen. In den Dogdays und auch zum Beginn der Pferdezeit bestanden die Schaber aus einer Steinklinge, die im Schienbein eines Bisons befestigt war. Als das Metall bei den Blackfeet Einzug hielt, wurde die Steinklinge durch eine Eisenklinge ersetzt, die die Männer aus dem abgesägten Endstück der eingehandelten Gewehre fertigten (Die langen Gewehre waren bei der Jagd zu Pferd zu unhandlich). Das Schaben dauerte viele Stunden, da es sehr sorgfältig gemacht werden musste, denn das Leder durfte keine Risse oder Löcher aufweisen und musste möglichst gleichmäßig dick sein.
Jetzt begann der Bleichprozess, wobei die gespannte Haut mehrere Tage der Sonne ausgesetzt wurde. Hatte das so gewonnene Leder die gewünschte Farbe erreicht, mussten die Frauen nun die Haut auf eine gleichmäßige Dicke bringen. Dazu nutzten sie hakenförmige Instrumente mit Stein-, später mit Eisenklinge. Diese Schaber waren ebenfalls aus Holz, Geweih oder Knochen.
Wollte die Frau die Haut zu Rohleder verarbeiten, war sie jetzt fertig. Rohleder wurde für Parfleches, Mokassinsohlen, Frauensättel, Schilde und Seile verwendet.
Die andere Lederart, das weiche Leder, musste gegerbt werden. Die Gerbflüssigkeit stellten die Blackfeet-Frauen aus einer Masse aus Fett, Leber und Hirn her, die sie zu Brei zerrieben und gut vermischten. Mit den bloßen Händen trugen sie die Masse auf die Innenseite der Haut auf. Danach arbeiteten sie durch reibende Bewegungen die Masse mit einem glatten Stein in die Haut ein. Danach wurde die Haut wieder gespannt, getrocknet, mit Wasser getränkt und zusammengerollt. War das nun entstandene Leder halbwegs trocken, spannten sie die geschrumpfte Haut erneut, streckten sie dabei und walkten und schabten die Haut mit einem rauen Stein oder einem porösen Knochen. Wollten die Frauen ein besonders geschmeidiges Leder, so zogen sie das Lederstück über ein Seil hin und her.
Gegerbtes Leder wurde für Kleidung, Zeltplanen, Pfeifenbehälter, Tabaksbeutel, Köcher, Messerscheiden, Gewehrschonern, Kissensättel, sowie Beutel und Taschen aller Art eingesetzt.
Als Schutz gegen lederfressende Parasiten oder wenn das Leder wasserfest sein sollte, z. B. weil es zu Kleidung verarbeitet werden sollte, wurde das Leder geräuchert. Dafür wurde eine Grube ausgehoben und darüber ein Gerüst aus Weidenzweigen errichtet. Auf den Boden der Grube kam eine dicke Schicht Beifuß und verrottete Cottonwood-Stücke, darauf kam eine Schicht schwelende Holzkohle, die dann mit Blättern abgedeckt wurden. Das ergab viel Rauch und die Flammen wurden fast vollständig unterdrückt. Die Häute kamen auf das Gerüst. Nach einem halben Tag war der Räucherprozess beendet.
Die Frauen waren immer damit beschäftigt, die Häute zu bearbeiten und meist arbeiteten sie zusammen. Dabei pflegten sie intensiv soziale Kontakte und lehrten den jungen Mädchen, was diese für ihr späteres Leben brauchten.
Zeltstangen schlagen
Sie wurden nach der Reise zum Winterlager im Spätherbst in den Porcupine Hills und den Cyppress Hills geschlagen. Da diese Bäume dort sehr langsam wuchsen, sind sie sehr fest, haben aber keinen großen Durchmesser, deshalb waren sie besonders als Zeltstangen geeignet und wurden dafür von der Rinde befreit.
Fleisch trocknen
Im Herbst wurde das Fleisch in der Sonne und mit dem kalten Wind getrocknet. Dazu schnitten es die Frauen in dünne Streifen, die sie über Holzgestelle hängten. Oft wurde ein Feuer entzündet, damit der Rauch die Fliegen vertrieb und den Trocknungsprozess förderte, wenn es keinen Wind gab, er die Insekten fernhielt. Die Kinder, die kamen, um sich zu bedienen, mussten von den Frauen vertrieben werden, denn dieses Trockenfleisch (kayis) war der Wintervorrat und überlebenswichtig. Er wurde in Parfleches aufbewahrt.
Beeren trocknen
Die Beeren wurden reif geerntet und ausgebreitet auf einen sauberen Untergrund in der Sonne getrocknet. Die trockenen Beeren wurden in Behältern aus Hirschföten oder in Bisonmägen aufbewahrt. Die meisten Früchte wurden im Hochsommer bis Spätherbst geerntet.
Fettgewinnung
Die großen Beinknochen enthalten viel Fett. Dieses Fett war ein wichtiger Bestandeil des Pemmikan. Das Fett war ein wichtiger Energiespender für den kalten Winter.
Um an das Fett zu gelangen, wurden die Knochen gekocht. Dafür wurden ungefähr 60 bis 90 cm große Löcher gegrabenen und darüber ein mit Wasser gefühlter Bisonmagen gehängt. Dann wurden Steine im Feuer aufgeheizt und heiß in den Bisonmagen geworfen. Die Steine erhitzten das Wasser bis es kochte und löste das Fett aus den Knochen. Dieses schwamm obenauf und wurde abgeschöpft.
Musik / Tanz
Auch bei den Blackfeet war der Tanz eine Möglichkeit für die jungen Männer, mit den von ihnen bevorzugten Mädchen in engeren Kontakt zu kommen. Sie tanzten Rundtänze (O'taksipaaskaan) oder den Eulentanz (Siipisttoipasskaan).
Soziales
Die Blackfeet liebten es, Geschichten zu erzählen oder zu hören, gemeinsam zu tanzen oder zu singen. Sie waren und sind sehr familienbezogen und haben gern Besuch. Sie lieben es, Geschenke zu machen und zu bekommen. „Giveaways“ können Familien verarmen.
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